Apfelsortenschaugarten im Kurgebiet Templin

Wer ahnt schon, wenn er die Namen wie Berliner Schafsnase, Hasenkopf oder Ochsennase liest, dass die Rede von Apfelsorten, genauer gesagt von "Alten Landsorten" ist. Lassen Adamsapfel, Süßer Prinzenapfel oder Lausitzer Nelkenapfel wenigstens erkennen, dass es sich hierbei eindeutig um das genannte Obst handelt, so bringt der Nichtobstfachmann Namen wie Rote Walze, Großherzog Friedrich von Baden oder Ruhm der Welt nur schwer in Verbindung mit der paradiesischen Frucht. All die genannten Köstlichkeiten haben eines gemeinsam: Hochstämmige Bäume mit diesen Sorten stehen im Sortenschaugarten in Templin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Karte Sortenschaugarten abrufen

 

 

Seit unser Hausapfel (lat. Malus domestica) mit den Römern nach Germanien kam, haben Generationen von Obstbauern über Jahrhunderte spezielle Sorten ausgelesen, die damit zum Kulturgut einer Region gehören und ein genetisches Potential - den sogenannten Genressourcen, bieten.

Um die Vielzahl der Apfelsorten zentral und anschaulich zu präsentieren, entstand der Sortenschaugarten. Er gibt Informationen zu diesen fast ausgestorbenen, einst regional- und landschaftstypischen Sorten. Die Umsetzung erfolgte in den Jahren 2005 / 2006 aus Mitteln des Programms "LEADER+". Der NABU Regionalverband Templin beteiligte sich an der Bereitstellung des Eigenanteils.

 

 

Für die weitere Pflege des Sortenschaugartens ergibt sich ein jährlicher Finanzbedarf von ca. 3000 €.

Hierfür suchen wir Interessenten, die für einen Beitrag von 20 € pro Jahr eine Baumpatenschaft übernehmen oder eine Spende entrichten möchten und damit zum dauerhaften Erfolg des Sortenschaugartens beitragen.

 

 

 

 

Offizielle Eröffnung des Sortenschaugartens

Am 6. Oktober 2007 wurde der Sortenschaugarten an der Kurmeile und NaturTherme Templin mit über 300 Bäumen feierlich eröffnet. Herr Fischer von der Baumschule Lichterfelde hat die Schirmherrschaft übernommen. Die ersten Baumpaten wurden beglückwünscht und es sind bereits zahlreiche Sponsorenschilder an den Bäumen angebracht.


 

Weiterführende Informationen

 

Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurden von 1995 bis 1999 im gesamten Land Brandenburg Streuobstbestände kartiert. In der Landesanstalt für Gartenbau pflanzte man auf dieser Grundlage eine Musteranlage als Mutterreisergarten an. Herr Dr. Schwärzel hat dann im Jahr 2000 ca. 100 alte uckermärkische Apfelsorten ausgewählt und dokumentiert. Von vielen dieser regionaltypischen Sorten existieren nur noch wenige Bäume, im Extremfall nur noch ein einziges Exemplar.

 

 

Gegenstand und Ziel der Förderung

 

Im Rahmen des Projektes wurde auf dem weitläufigen Gelände der Kurmeile Templin ein Sortenschaugarten mit 109 Apfelsorten á 3 Apfelbäume pro Sorte angelegt (insgesamt 327 Apfelbäume). Schwerpunktmäßig wurden Sorten berücksichtigt, die sich sowohl für die wirtschaftliche Streuobstnutzung als auch für die Landschaftsgestaltung eignen und nicht im Baumschulhandel verfügbar sind. Um die ausgewählten Sorten als Kulturgut in der Uckermark dauerhaft zu erhalten, werden sie bereits seit mehreren Jahren als Hochstämme herangezogen. Sie sollen durch Streuobstprojekte und durch Pflanzungen in privaten Hausgärten erhalten und verbreitet werden.
Dabei soll der Sortenschaugarten Informationen zu diesen alten Apfelsorten geben und für die umweltpädagogische Arbeit der Naturparkverwaltung genutzt werden. Zudem ist er gleichzeitig eine touristische Bereicherung für die Stadt Templin. Im Rahmen dieses Projektes arbeiten die Kooperationspartner eng zusammen.

 

Die Kooperationspartner

  • die Stadt Templin
  • die Natur Therme Templin
  • dem Naturschutzbund Deutschland, Regionalverband Templin e.V. (NABU Templin)
  • dem Naturpark Uckermärkische Seen

Die Kooperationspartner verfolgen gemeinsam folgende Ziele:

 

  • Förderung der Produktion und Vermarktung regionaler Produkte
  • Verbesserung der Umwelt- und Lebensbedingungen in der Kurstadt Templin
  • Unterstützung der Umweltbildung und Jugendarbeit
  • Erhalt von Genressourcen insbesondere Alter Uckermärkischer Apfelsorten
  • Gestaltung eines touristisch attraktiven Umfeldes im Bereich der Natur,
          Therme Templin und der Kurmeile

 

Zuletzt geändert: 27.09.2017