Apfeltag 2017 trotz karger Ernte

Von Michaela Kumkar

 

Fachleute haben in Templin ihr Wissen rund um das beliebte Obst weitergegeben. Dabei kamen auch alte Sorten wie Rheinischer Bohnenapfel oder Coulons Renette zu Ehren. Dass die Veranstaltung etwas kleiner als sonst ausfiel, hatte Gründe.

 

TEMPLIN. 2017 ist wahrlich kein Apfeljahr. Ostbauern und Kleingärtner registrierten vielerorts eine eher spärliche Ernte. Der Apfeltag, zu dem Naturparkverwaltung Uckermärkische Seen, Naturtherme Templin und NABU Regionalverband Templin jedes Jahr einladen, fiel am Sonnabend trotzdem nicht ins Wasser. Obwohl man schon erfinderisch sein musste, um genügend Obst zusammenzubekommen, damit Kinder wieder direkt Most mittels einer kleinen Presse herstellen konnten, verriet Ulrike Gerhardt vom Naturpark. „Zum Glück hat uns Detlef Wunsch vom Archehof in Falkenhain unterstützt." Er stellte alte Sorten mit solch klangvollen Namen wie Rheinischer Bohnenapfel, Coulons Renette oder Rheinischer Winterrambur zur Verfügung. „Wir zeigen den Kindern, wie das mit der Apfelsaftherstellung funktioniert und wie der ganz ohne Zusätze schmeckt", so Ulrike Gerhardt. Dass es gar nicht .so leicht ist, von Hand zu pressen, haben sie dabei auch gleich mitbekommen. Viele Eltern und Großeltern unterstützten ihren Nachwuchs dabei.

   Pomologe Jürgen Sinnecker, Apfelfachmann und ständiger Gast beim Templiner Apfeltag auf dem Gelände der Naturtherme, hatte diesmal weniger als sonst zu tun. Kein Wunder bei der diesjährigen Flaute, meinte er. Trotzdem gab es Besucher, die Äpfel aus ihren Gärten mitgebracht hatten und sie von Jürgen Sinnecker bestimmen lassen wollten. So wie Annett Vietze aus Beutel. Ihre beiden Exemplare beim richtigen Namen zu nennen, stellte sich als harte Nuss heraus. Drei Möglichkeiten brachte der Pomologe zu Papier: Aralia, Weißer Wintertaffetapfel oder Champagner Renette.

    In unmittelbarer Nachbarschaft freute sich Thomas Preschel, der mit seinem Unternehmen BIO Boitzenburg vor Ort war, über guten Umsatz. Er betreibt eine Apfelplantage in Boitzenburg. 40 Sorten gedeihen dort. „Allerdings habe ich in diesem Jahr 80 Prozent der Ernte durch Frostschäden und Schadinsekten verloren", ließ er wissen.

  Am Nachmittag waren Interessierte zu einer Führung in den Apfelschaugarten an der Therme eingeladen. Nor­bert Bukowsky vom NABU Templin informierte über das Areal. Dort wachsen 109 Apfelsorten an 327 Bäumen. Ein Projekt, das auch dem Erhalt alter Sorten dient.

   Finanziert wurde es in den Jahren 2005 bis 2007 mit Fördermitteln aus dem Leader+-Programm im Auftrag der Stadt Templin und mit Unterstützung des Naturparks Uckermärkische Seen.

   Der NABU Regionalverband Templin e.V. koordiniert die Pflege im Sortenschaugarten. Die dafür notwendigen Maßnahmen werden durch Patenschaften finanziert, die Menschen über einzelne Bäume übernehmen. „Davon gibt es mittlerweile 290", so Norbert Bukowsky vom NABU. Der Name des Paten ist am jeweiligen Baum vermerkt. Willkommene Hilfe bei der Pflege der Anlage erhält der Regionalverband von der Oberschule Templin.

   Weil 2017 weniger ein Apfel-, dafür aber mehr ein Pilzjahr ist, wurde die Exkursion in den Schaugarten gleich mit einer Pilzwanderung verbunden. Rudi Klöß, Sachverständiger aus Lychen, war deshalb mit von der Partie.

 

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m.kumkar@uckermarkkurier.de

 

Aus der Templiner Zeitung vom 17.10.2017, mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

 

 

Zuletzt geändert: 17.10.2017