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Presse und Positionen

 

Pressemitteilung der Naturschutzjugend Brandenburg

Naturwerkstatt Gerswalde - Naju weist Vorwürfe zurück



In den letzten Wochen sind Gerüchte laut geworden, die die Naturschutzjugend Brandenburg mit Subventionsbetrug in Verbindung gebracht haben. Nach Presseberichten soll Strafanzeige gegen den Verband gestellt worden sein. Bislang sind der NAJU konkrete Vorwürfe nur aus einem Artikel im Nordkurier vom 28.11.09 bekannt. Auf die dort aufgeführten Punkte wird in der beiliegenden Stellungnahme eingegangen.

Seit sechs Jahren baut die NAJU Brandenburg (der ehrenamtliche Kinder- und Jugendverband des NABU) auf dem Gelände der alten Schlossgärtnerei in Gerswalde/ Uckermark eine Naturwerkstatt auf. Mit den Ideen, dem Einsatz und der Unterstützung von vielen hunderten Freiwilligen ist dort ein Ort entstanden, an dem Bildung für nachhaltige Entwicklung möglich und erlebbar ist. Jedes Jahr bietet die NAJU verschiedene Seminare für Kinder und Jugendliche aus Brandenburg, Deutschland und der ganzen Welt in der Uckermark an. Was für die dauerhafte Arbeit fehlt, sind eine den Anforderungen entsprechende Küche und Sanitäranlagen. Sie sollen durch Sanierung der bereits bestehenden, alten Gebäude entstehen. Auch wenn man das Gelände noch heute als "alte Schlossgärtnerei" bezeichnet, wird die NAJU keine Gärtnerei, sondern eine Umweltbildungsstätte aufbauen. Dabei liegt die Vernetzung mit den vorhandenen Einrichtungen rund um Gerswalde, die Nutzung der Infrastruktur vor Ort und die Einbeziehung der Bevölkerung an dem Projekt der NAJU ganz besonders am Herzen. So gibt es immer mehr Menschen, die sich für die Naturwerkstatt begeistern.

Nach und nach sind kleinere und größere Projekte umgesetzt worden, die das Gelände heute prägen und die von verschiedenen öffentlichen und privaten Geldgebern unterstützt wurden.

Im Zusammenhang mit diesen Projekten wurden gegen die NAJU nun Vorwürfe erhoben, die der Verband entschieden zurückweist (siehe beiliegende Stellungnahme). Hintergrund der öffentlichen Anschuldigungen sind offensichtlich Auseinandersetzungen, die die NAJU mit den auf dem Gelände ansässigen Mietern zu führen hat. Dort ist ein Rechtsstreit anhängig, bei dem es um mietrechtliche Fragen geht. Die NAJU bedauert zutiefst, dass dieser Konflikt nun auf eine sachfremde Ebene gezogen worden ist und versucht wird, die gemeinnützige und hervorragende Kinder- und Jugendarbeit Arbeit des Verbandes in Verruf zu bringen.

Weitere Infos unter 0331/201 55 75 oder lgs@naju-brandenburg.de
Naturschutzjugend LV Brandenburg, im "Haus der Natur", Lindenstrasse 34, 14467 Potsdam

 

Bauen mit Kindern am Strom

Download Zeitungsartikel August 2009

Was haben wir gemacht

Im Rahmen eines Jugendferiencamps (Young Panda, 43 Teilnehmer, 8-12 Jahre alt, gemeinsam mit Kindern aus der Naju Templin, Jugendorganisation des Naturschutzbundes Deutschland e.V., Regionalverband Templin) war ein Arbeitseinsatz für die Natur geplant. Der Boitzenburger Strom, Hauptgewässer im gleichnamigen Naturschutzgebiet, ist einer der wenigen Bäche Norddeutschlands, der sich auf weiten Strecken eine weitgehend natürliche Gewässerstruktur, Abflussdynamik und biologische Ausstattung erhalten konnte. Er ist ein Kernstück des Brandenburger Fließgewässerverbundsystems und auf fast 20 km Länge ein ausgezeichnetes Beispiel für einen intakten Fließgewässerlebensraum.

Das Gewässer war bis Ende der 80er Jahre durch Mühlennutzung in seiner Durchgängigkeit stark beeinträchtigt. Durch Umbaumaßnahmen der vergangenen zwanzig Jahre konnte die Durchgängigkeit an einigen Stellen wieder hergestellt werden. So wurde der Mühlenstau an der Thiesorter Mühle in den Jahren 1996/97 in eine Sohlgleite umgebaut. Oberhalb dieser Sohlgleite wurde im Rahmen des hier beantragten Projektes durch die Kindern verschiedene Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Gewässerstruktur durchgeführt:
* Kennenlernen des Ökosystems Gewässers und gemeinsames Erarbeiten der geplanten Maßnahmen
* Einbau von 4 Störstellen aus ausschlagfähigen und nicht ausschlagfähigen Ästen und Zweigen (ingenieurbiologische Bauweise) zur Dynamisierung des Stromstrichs und zur Anreicherung der Gewässerstrukturen
* Einbringen von Kies als Laichhabitat für Bachforellen und Bachneunaugen
* Anheben des Wasserstandes zur Unterstützung des Wasserrückhaltes in der Aue und besseren Wasserversorgung des angrenzenden Erlenbruchwaldes
* Bau von Fischunterständen (Versteckmöglichkeiten) aus Holz und überhängenden Weidenästen zur Habitatanreicherung im Gewässer
* Gestaltung von Plakaten für eine kleine Ausstellung

Teil der Maßnahmen war auch eine Nachbereitung des Arbeitseinsatzes mit den Kindern in Form der Erstellung von Plakaten und eines Faltblattes, die im Templiner Gymnasium, im Naturkundemuseum (Berliner Tor) Templin und in den Räumen des Naturparkes Uckermärische Seen ausgestellt werden.

Das Projekt wurde in Kooperation mit folgenden Organisationen durchgeführt:

Michael-Otto-Stiftung (Finanzierung der Materialien und der Öffentlichkeitsarbeit in Höhe von 3.500 Euro)
Förderverein Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft e.V.
Naturschutzbund Deutschland e.V., Regionalverband Templin und naju Templin
WWF Deutschland, Jugendorganisation Young Panda
Naturwacht Brandenburg, Wasser- und Bodenverband Uckerseeen
Büro für Ingenieurbiologie und Wasserbau